Buchbesprechung : Peter H. Wilson : Der dreißigjährige Krieg

Das Buch von Peter H. Wilson ist keine leichte Kost, denn es ist eine der umfangreichsten Faktensammlungen zum 30 jährigen Krieg. Dies ist ein hoher Wert für sich, bedeutet aber auch das man sich intensiv mit dem Buch beschäftigen muß.
Gleichzeitig ist es aber erzählerisch flüssig geschrieben und reiht sich damit in die beste angelsächsische Tradition der Geschichtsschreibung ein. Es beleuchtet vor allem die Hinterründe der politischen Akteure. Schon die ersten Kapitel, die die Vorgeschichte der Akteure beschreiben waren für mich mehr als erhellend und laden zum tieferen Einstieg in die europäische Geschichte ein. Der Autor ist überaus akkurat in der Darstellung der politischen Beweggründe und auch des Kriegs-/Schlachtenverlaufs. Bevor man die Ereignisse des 30 jährigen Krieges bewertet oder gar Projektionen auf aktuelle Geschehnisse vornimmt sollte man unbedingt dieses Buch gelesen haben. Es ist m.E. das beste Buch zu diesem Thema seit Wedgwood.

Buchbesprechung : „Augustus“ von John Williams

Das Buch von John Wiliams ist ein Roman über die Lebensgeschichte von Gaius Octavius und seinem Aufstieg zum Herrscher von Rom. Es ist aber nicht wie andere historische Romane für Unkundige geeignet, sondern setzt weitgehende Kenntnisse des Zeitalter von Augustus voraus.

Das Buch ist insofern ungewöhnlich, dass es in Form von Briefen geschrieben ist, die sich die Protagonisten zukommen lassen. Dies nimmt dem Autor einige Literarische Mittel, entlastet ihn aber von allzu grossen Spekulationen, da er keinen Plot füllen muss, sondern Vieles nur andeuten und auch weglassen kann. Er kann sich auf die zentralen Gedanken seiner Protagonisten einlasssen und deutes Vieles nur an.

Sehr interessant sind seine Beschreibungen der engen Bindung Augustus an die Schriftsteller seiner Zeit. Auch die Beschreibungen der Persönlichkeiten von Augustus, Julia, Horaz, Agrippas und Maecenas sind sehr schön und aufschlussreich.

Insgesamt ein sehr schönes und kurzweiliges Buch.

Buchbesprechung „Die Kreuzzüge“ von Jonathan Riley-Smith

Dieses Buch ist meiner Meinung nach eines der besten Werke zum Thema Kreuzzüge. Kennzeichnend ist dabei, daß Riley-Smith die Kreuzzugsgeschichte in ihrem vollen Umfang beschreibt und sich nicht nur auf die mittelalterlichen Kreuzzüge ins Heilige Land beschränkt.

Er beschreibt die frühen Anfänge der Kreuzzugsbewegung und arbeitet ihre Entwicklung aus der Pilgerbewegung auf. Er versucht ausgührlichndie Mentalität diser Bewegung aufzuarbeiten.

Buchbesprechung : „Unter Flüchtlingen“ von Turia Tenenboom

Herr Tenenboom reiste auf dem Höhepunkt der „Willkommenskultur“ durch Deutschland und analysierte das Verhalten der verschiedenen Akteure. Er sprach dabei mit Anhängern und Gegenern der „Willkommenskultur“. Seine Analysen der Gespräche sind schonungslos, dabei aber ausgesprochen humorvoll. Seine Art des Humors habe ich richtig genossen.

Seine These : Die Willkommenskultur hat nicht das primäre Ziel der Humanität, sondern es geht darum auch vor dem Hintergrund der NS-Schuld als gutmütig da zu stehen.

Buchbesprechung : Islam in der Krise von Michael Blume

Ein sehr informatives Buch. Die zentralen Thesen lauten : Der Islam hat unter anderem aufgrund der Ablehnung des Buchdrucks den Anschluss verloren. Viele statistisch dem Islam zugeordnete Menschen haben eigentlich innerlich dem Islam die Gefolgschaft gekündigt, daher wird die zahlenmässige Stärke der tatsächlichen Muslime überschätzt. Der Islam befindet sich im Todeskampf. Er gleicht einem im Fieber liegenden Sterbenden, der wild um sich schlägt.

DasBuch ist wegen seiner ungewöhnlichen Thesen lesenswert. Allerdings reicht es nicht aus, um sich umfassend über den modernen Islam/Islamismus zu informieren.